`nen Ründchen mit der LS-4

Nach einem Jahr Segelflugausbildung auf der ASK21 wäre der nächste Schritt für mich nun die Umschulung auf die Ka8 gewesen. Es gab jedoch ein Problem: Ich bin zu groß! (DANKE MAMA UND PAPA!!!) Nach recht kurzem Hin-und Herüberlegen entschieden sich die Fluglehrer, mich gleich von der ASK21 auf die LS-4a umzuschulen, da ich in diesem Flugzeug sehr viel Platz habe.

Und auf einmal hieß es dann am Sonntag den 04.07.2010 :,, Chris, wir schulen dich nächstes Wochenende auf die LS-4a um!”

Ich konnte die ganze Woche über nicht vernünftig schlafen, weil die Vorfreude auf dieses wundervolle Flugzeug so groß war. Wie wird es sein? Schwierig? Nicht schwierig? 1001 Gedanken schossen durch meinen Kopf… ,,packe ich das?” Aber es sollte sich bald herausstellen, dass es einfacher ist als gedacht.

Samstag der 10.07.2010. Der Tag! Morgens bin ich also etwa gegen 07:00 Uhr aus dem Bett gekrochen, da ich mit dem Fahrrad zum Flugplatz radeln musste. Also gegen 08:00 Uhr auf den Drahtesel gehockt, nochmal geguckt ob ich denn auch genug Getränke dabei habe, und los.

Es müssen mindestens 30°C gewesen sein! So eine Hitze am frühen Morgen…nichts für mich! Aber Schwamm drüber. Ich wusste ja wofür ich es tat. Ich kam etwa gegen 09.00 Uhr auf dem Flugplatz an.

Briefing war jedoch erst um 11:00 Uhr. Nun gut! Nochmal ausführlich das Handbuch studiert, mich mit einem anderen Piloten unterhalten und noch eine Zeitschrift gelesen…

Dann war es endlich soweit! Gegen 11:00 Uhr haben wir die Halle ausgeräumt und die Flugzeuge zum Start gezogen. Vom Fluglehrer fehlte allerdings jede Spur. Also blieb die LS-4a erstmal samt Hänger in der Halle. Nachdem wir dann alles aufgebaut hatten, war dann klar : Der Fluglehrer kommt nicht mehr! Da wir aber einen Scheininhaber am Start hatten, der ASK21 fliegen wollte, ließ es sich einrichten, dass einige Schüler mit ihm mitflogen. Ich wusste jedoch, dass in etwa 2 Stunden ein Fluglehrer kommen würde. Wegen der LS-4a. Gegen 14:00 Uhr trudelte Wolle also am Flugplatz ein. Gut. Ab zu ihm und fragen, ob das mit der Umschulung jetzt losgeht. Ich bekam die Antwort :,, Ja, das geht jetzt los. Hänger aus der Halle geschoben, ans Auto gekoppelt, Abfahrt! Gegenüber vom Start abgestellt… 4 sehr hilfsbereite Fliegerkameraden haben mir das Flugzeug aufgerüstet, da ich aus lauter Vorfreude den Seilrückholwagen oben am Tower vergessen hatte. ,,Ja, Chris! Da musste wohl nochmal hochlaufen!” Na klar. War ja auch meine Schuld… plötzlich ging alles ganz schnell. Flugzeug an den Start geschoben, noch die richtige Sitzposition gesucht und gefunden. Wow, dieses Flugzeug bietet viel Platz für große, korpulente Piloten!

Reingesetzt, angeschnallt, die Haube geschlossen und verriegelt. Startcheck gemacht und eingeklinkt. Noch schnell ein Kommentar abgelassen, dass nur ich gehört habe:,,BOAH!Jetzt geht’s los hier!!!” Das Seil wurde angeschleppt. Jetzt bloß kein Seilriss!!! Das war mein erster Gedanke. Und dann wurde ich mit 110km\h gen Himmel katapultiert. Oh! Das geht aber um´s Eck mit dem „Ding”.

Es fliegt sich so leicht mit diesem „Flugsportgerät”. Diesen Titel hat die LS-4a wohl mehr als verdient! Dann stand die Landung bevor. 110km\h Anfluggeschwindigkeit… Position… Queranflug… Endanflug, dann die Klappen rausgenommen (UI! Das sind ja Sturzflugbremsen!!!) KLATSCH! Naja, die Landung geht schöner… Zurück zum Start geschoben , nochmal reingesetzt und das ganze nochmal. Der dritte und letzte Start war dann richtig gut. Schon der Schlepp war einwandfrei und über eine Ausklinkhöhe von 300 Metern konnte man sich an diesem Tag auch nicht beschweren! Fahrwerk das erste Mal eingefahren.. (Ups, das geht ja wirklich leicht…) Und einfach nur genossen! Thermik war relativ gut, sodass der Flug 37 Minuten dauern sollte. Auf 950 Meter hochgekurbelt und abgeglitten…. WAHNSINN!!! Das dauert ja ewig bis man tief kommt! Über Funk hörte ich dann: „Chris, probier mal Schnellflug!” Nun gut… Angestochen…150…180…200…220…abgefangen und Geschwindigkeit gehalten. Das ging ja wohl ab wie Schmidt´s Katze! Fahr rausgezogen und mein Höhenmesser hat mich wieder angelächelt. So langsam sollte ich dann landen und siehe da: Die Landung geht wirklich besser! Sanft aufgesetzt und ausgerollt. Toller Tag, tolle Erlebnisse… Ich hoffe, ich werde noch viele schöne, lange Flüge mit ihr haben!