Die Kropper Minidemokratie oder manchmal geht es doch ganz schnell…

Oftmals stelle ich mir die Frage, warum es in der Vereinsarbeit so langsam geht. Selbst wenn wir alle das gleiche Ziel verfolgen (schöne Stunden am Schleswig Holsteiner Himmel ), so geht jeder diesem Ziel anscheinend auf unterschiedlichen Wegen nach. Ein schönes Beispiel: Unser neues CTLS.

Seit 2 Jahren kommen schon Anregungen für ein neues Flugzeug aus der Mitgliederschaft. Diskussionen: 2 sitzig oder 4 sitzig, Rotax oder Lycoming, Schulter oder Hochdecker, 120 oder 100 kts schnell, Metall oder GFK, E oder M Klasse, enge Kabine oder weite Kabine……… und, und, und. Jede Seite will Gehör bekommen und hat aus jeder einzelnen Perspektive recht. Der eine will weit über Land, der andere kommt aus der Platzrunde nicht raus. Jeder hat mit seiner Art der Fortbewegung bei uns im Verein die Berechtigung zur Diskussion beizutragen. Und wir treffen uns ja oft nur bei gemeinsamen Versammlungen, die im Jahr 2 oder 3 Mal stattfinden. Jedesmal geht die Entwicklung ein wenig weiter. Dann aber ist alles gesagt. Nun ist die Zeit der Entscheidungen und weitere Kommentare und Anmerkungen drehen sich um den gleichen Inhalt und bringen die Diskussion nicht weiter. Dieser Reifeprozess hat bei uns 20 Monate gedauert, gefühlt aus meiner Sicht waren das aber 20 Jahre. Nun braucht es einen, der das ganze bündelt und weiter voran treibt. Bernt übernahm diese Rolle indem er in seiner Sparte den Vorschlag machte, die bestehende NDR zu verkaufen, damit endlich Entscheidungsdruck entsteht. Mit diesem Votum der Kameraden konnte er nun Nägel mit Köpfen machen und aus seiner Sicht das „Kompromissflugzueg” vorstellen. Klar war das keine eierlegendeWollmilchsau, aber halt der Mittelweg aus allen Diskussionsrunden. Dafür an dieser Stelle Danke an Dich, Bernt. Der Handlungsdruck war da, ein Vorschlag auf dem Tisch und siehe da, in einer recht harmonischen und zielorientierten Motorspartensitzung kam der Entschluss, das CTLS zu erstehen. Frage: Bei knapp 40 Mitgliedern in der Sparte und 2 Jahren Diskussion, wie soll da eine Gesundheitsreform bei 82 Mio Menschen in 1 Legislaturperiode durchgedrückt werden?

Nun hatte eine Kleingruppe zugestimmt und wir brauchten das „Go” des Gesamtvereins. Siehe da, vollkommen unproblematisch kam das grüne Licht knapp eine Woche nach dem Spartenbeschluss.

Von nun ab lief es wie geschmiert. Der neue Geschäfsstellenleiter und Johannes brachten die ersten Bankgespräche zum Abschluss und das Geld war da. Wir konnten die erste Anzahlung für das Flugzeug 3 Wochen nach der Hauptversammlung leisten. Die Arbeiten dazu haben die ehrenamtlichen Führungsgremien gemacht und ohne Murren auch den einen oder anderen Tropfen Benzin mal nicht für das unmittelbare Fliegen ausgegeben. Wie wir alle wissen, bei Großanschaffungen in der Familie zapft mal schon mal Oma und Opa an. So auch wir. Wo bekommt man noch Unterstützung finanzieller Art? Über die Gemeinde Kropp an Fördergelder der EU zu kommen war zwar ein schöner Gedanke, der auch von der namensgebenden Gemeinde unseres Flugplatzes mit Manpower unterstützt wurde, aber das Resultat war negativ. Nun kommt die Stunde von Johannes der nun wirklich ein LSV Antragspezialist ist. Und siehe da, seit Mitte März ist auch ein Zuschuss aus dieser Richtung sicher. Wegen der Unterstützung des Verbandes können wir nun unserem Hobby intensiver frönen und das ist ja Ziel dieses Verbandes.

Was habe ich gelernt? Die Kropper Demokratie ist wie ein Hefekuchen. Erst merkt man gar nicht, das in dem Ofen was passiert, aber dann geht alles unheimlich schnell.

Mir auf jeden Fall hat es Spaß gemacht mit Euch so harmonisch und zielführend Geld auszugeben. Daran kann ich mich gewöhnen.